„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand, und kam die goldne Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit, da stopfte, wenn′ s Mittag vom Turme scholl, der von Ribbeck sich beide Taschen voll, und kam in Pantinen ein Junge daher, so rief er: „Junge, wiste ′ ne Beer?“ Und kam ein Mädchen, so rief er: „Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ′ ne Birn.“ …
Auf Fontanes Spuren durch das Havelland, dem Band 3 seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg, sollte man unbedingt eine Pause im historischen Ribbeck einlegen. Die Geschichte des Herrn von Ribbeck zu Ribbeck hat den nimmermüden Apotheker, Schriftsteller und Dichter zum eingangs genannten Gedicht inspiriert und in diesem Flecken Erde seit einigen Jahren dem ganzen Dorf sein Thema gegeben: die Birne.



Das Dorf wirkt wie ein einziges Museum, in dem es Frau Wesche in ihren Waschhauscafé auf die Spitze treibt. Es begann in einem umgestalteten Waschhaus, aber da das bald aus allen Nähten platzt zog sie ein paar Meter weiter in die Alte Brennerei. Hier strickte Marina Wesche ein unikates Konzept als Mix aus Kaffeehaus, Museum und Konditorei. Im Mittelpunkt: Birnen. Bei ihr gibt es Birnentorten, nicht wie üblich als Obsttorte mit Mürbeteigboden und Gelee obendrauf, sondern in zig appetitlichen Varianten mit Birne, klar, aber sie verbäckt die süße Frucht in Birnenkuchen und zu üppigen -torten aus hellem oder dunklem Teig, mit und ohne Sahne, Schokolade, Streuseln, Beeren oder Limettenscheiben als Topping, auch mit Marzipan, Nougat, Mohn oder diversen Likören. Innen finden sich meist mehrere Schichten. Jede für sich eine Überraschung beim Anschneiden, alle liebevoll präsentiert in Vitrinen und auf Holztischen. An manchen Tagen liegt der Duft von Lavendel über allem. Ihr Rezeptschatz scheint unerschöpflich.
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