Leipzig: Verborgene Pfade entlang der Nördlichen Rietzschke

Schon mal was von der Rietzschke gehört? Wer im World Wide Web sucht, stößt zuerst auf die Östliche Rietzschke. Um diese geht es hier nicht. Mein Weg führt entlang des Rietzschke-Wanderweges im Norden. Beiden gemeinsam ist der slawische Name, dass sie heute jeweils in der Kanalisation münden und sowohl per pedes als auch mit dem Rad erkundet werden können.

Die Nördliche Rietzschke, früher ein Zufluss der Pleiße, fließt durch das etwa 118 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Nördliche Rietzschke“. Das erstreckt sich vom Eutritzscher Park über die Max-Liebermann-Straße hinaus, vorbei an Kleingartenanlagen und am Klinikum St. Georg, der Wohnanlage Martinshöhe gen Wiederitzsch, wo das Flüsschen an der Südtangente unterirdisch verschwindet. Wer sich zum Beispiel am Teich im Park auf den Weg Richtung Norden macht, kann, sobald die verlängerte Virchowstraße passiert ist, eine ungewöhnlich urbane, im letzten Jahr wieder erlebbar gestaltete Flur kennenlernen.

Nun wurde das Gebiet der Nördlichen Rietzschke schon 1991 zum geschützten Biotop erklärt. Doch ein Großteil davon war im Laufe der Jahre völlig zugewuchert, wurde aber behutsam gelichtet, so dass man endlich den Bach überhaupt wahrnehmen kann. Sehr schön: Nicht nur der munter plätschernde Flusslauf wurde ans Licht geholt, sondern auch Wehre und Windungen sowie einige Brücken sind wieder erkennbar.

Wer übrigens die verlängerte Virchowstraße in Gohlis hinauf wandert oder mit dem Rad fährt, stößt linker Hand auf einen mächtigen Findling, der hier nicht zufällig liegt. Der Bürgerverein Eutritzsch setzte mit diesem seinem langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Grundmann ein kleines Denkmal. Auf der Tafel am Stein steht: „Zur Erinnerung an Wolfgang Grundmann (1937–2004), Initiator des Rietzschke-Wanderwegs. Der Bürger Verein Eutritzsch e.V., 2006“. Weitere Hinweisschilder auf den Nördlichen Rietzschke-Wanderweg sind zwar keine zu entdecken, aber verlaufen kann man sich eigentlich auch nicht.

Der große Findling ist übrigens nicht die einzige Ehrung für Wolfgang Grundmann. 2017 bekam er in Eutritzsch auch eine eigene Straße, die Grundmannstraße.