Diese grüne Oase in einem Landschaftsschutzgebiet im Leipziger Norden entstand ab 1900, als sich die Stadt immer mehr ausdehnte und dichter besiedelt wurde. Damals bot sich die Aue der nördlichen Rietzschke, einem kleinen Bach zwischen den 1890 eingemeindeten Dörfern Gohlis und Eutritzsch als Erholungsgebiet an. Die feuchten Wiesen westlich der Nördlichen Rietzschke galten ohnehin nicht als geeignetes Bauland. Und so entstand zwischen Coppi- und Gottschallstraße nach Plänen von Gartendirektor Carl Otto Wittenberg zwischen 1899 und 1904 der erste Teil des Eutritzscher Parks. Im Jahre 1911 beschloss die Stadt, den Park zu erweitern, um mehr Möglichkeiten für Sport und Spiel zu schaffen. Also wurde 1913/14 der nördliche Parkteil angelegt.



Insgesamt drei Leipziger Gartendirektoren hinterließen hier ihre Handschrift: Wittenbergs Nachfolger Carl F. Hampel vervollständigte den Teil zwischen Gottschall- und Baaderstraße. Vollendet hat die Pläne dann Nicolaus Molzen. Das Besondere dieser Parkanlage ist, dass schon bei seiner Planung nicht nur an breite Wege zum Promenieren gedacht wurde, sondern der allgemeinen Entwicklung folgend mehrere Plätze zum Spielen für Kinder und aktive Erholung entstanden. Dieser Gedanke war damals neu. Besonders auffällig ist das heute noch bei den vier nach außen abgeschirmten, halbrunden Spielplätzen an den Ecken des Spazierweges rund um den Teich. Bis auf eine Schaukel, Elefantenrutsche und paar Klettermöglichkeiten wir kleineren Kids an diesen vier Ecken heute aber nicht viel angeboten.



Die damals gezeichneten Wegeführungen sind fast vollständig erhalten. Zum einen beginnt hier der Grünzug der Bachaue, der bis zum Krankenhaus St. Georg und weiter nach Lindenthal führt und nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Rad erkundet werden kann. Und deutlich erkennbar ist immer noch, dass damals bereits nicht nur zusätzliche Grünflächen, sondern auch aktive Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten geschaffen wurden. Und so drehen hier morgens die ersten Jogger ihre Runden um den Teich, ältere Semester laufen in kleinen Gruppen und mit Nordic-Walking-Stöcken gewappnet rüstig und plaudernd nebenher. Andere führen ihren Hund aus. Auf der Hundewiese im östlichen Teil dürfen die Vierbeiner leinenlos toben.



Enten auf dem Teich, Seeroseninseln, Blumenwiesen, verwildertes Unterholz, gepflegte Wege, ein Bach und ein stillgelegter Sportplatz bieten jede Gelegenheit, den Park zu entdecken. Im Winter rodeln die Kinder am zugefrorenen Teich, im Sommer bietet ihnen das große Klettergerüst auf dem Spielplatz am Rondell jede Menge Abenteuer. Hier am Weg steht auch die Plastik „Die nachricht“- leider ließ auich außer ihtrem Namen nicht Erhellendes recherchieren. Falls jemand jemanden kennt, der/die etwas weiß, gern melden!



Das ganze Jahr über ist die renovierte Schwimmhalle Nord Treffpunkt für Familien, Freizeitsportler und Vereine. Regelmäßige Programme und Veranstaltungen auf der Freilichtbühne ziehen weitere Besucher in den Park zwischen Coppi-, Kleist- und Gräfestraße, die sonst vielleicht nie nach Eutritzsch kämen. Übrigens: Hartnäckig hält sich der Name Artur-Bretschneider-Park, zu DDR-Zeiten umbenannt nach einem Lehrer und LDPD-Politiker, der 1886 bis 1949 in Leipzig lebte. Seit den 1990-er Jahren wird der Name Arthur-Bretschneider-Park (eigentlich) offiziell nicht mehr benutzt. Steht aber ständig und überall so …

